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Tropfenflughuhn | Pterocles senegallus
Sahelzandhoen | Spotted Sandgrouse | Ganga moteada | קטה סנגלית | Ganga tacheté
Das blasseste Flughuhn dieses Führers und das größte der drei Wüstenarten: ein langgestreckter, sandfarbener Vogel mit orangefarbenem Gesicht und zwei feinen Schwanzspießen. Auf kahlen Kiesebenen ist es nahezu unsichtbar, und die meisten Beobachtungen beginnen mit dem Gehör – ein Trupp, der niedrig und schnell zum Wasser kommt, mit einem weichen, blubbernden Ruf, der über die ganze Ebene trägt.
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Stimme
Der Flugruf ist ein melodisches, blubberndes quee-too quee-too, mitunter als witt-oo witt-oo wiedergegeben: zwei Silben, die zweite tiefer, mit pfeifendem Unterton. Er ist deutlich weicher und runder als alles, was die iberischen Flughühner äußern. Trupps rufen auf dem Weg zum Wasser fast ununterbrochen, und über offenem Gelände trägt der Ruf mehrere Hundert Meter. Aus nächster Nähe aufgescheuchte Vögel äußern ein kürzeres, härteres kwit.
Aufnahme: Jerome Fischer — CC BY-NC-SA 4.0 · Wikimedia Commons
Bestimmung
Größer und schlanker als die beiden anderen Wüstenflughühner, mit verlängerten mittleren Schwanzfedern – kürzer als beim Spießflughuhn, aber sitzend wie fliegend gut zu sehen. Das Männchen ist fast ungezeichnet sandfarben: grauer Scheitel und Nacken, orangegelbes Gesicht und Kehle, einfarbig rosagraue Brust ganz ohne Band und ein schmaler dunkler Streif, der über die Bauchmitte bis zum Steiß verläuft. Das Weibchen ist an Kopf, Brust und Mantel fein schwarz getüpfelt, worauf sich auch der deutsche Name bezieht, und zeigt denselben dunklen Bauchstreif. Im Flug wirken die Handschwingen hell mit dunklem Hinterrand, und die Unterflügeldecken sind sandfarben statt weiß. Beine kurz und befiedert, Schnabel klein und blaugrau.
Verwechslungsarten
An einer Tränke steht es oft neben dem Kronenflughuhn, und diesen Vergleich sollte man lernen. Diese Art ist größer und langgestreckter, trägt zwei feine Schwanzspieße und hat ein einfarbig orangefarbenes Gesicht; das Kronenflughuhn hat einen kurzen, spitzen Schwanz ohne Spieße, und sein Männchen trägt ein schwarzes Band, das von der Stirn zwischen den Augen bis zum Kinn verläuft. Dann nach unten schauen: Hier zieht ein schmaler dunkler Streif über die Bauchmitte, während das Kronenflughuhn unterseits ungezeichnet ist. Das Wellenflughuhn bereitet überhaupt keine Schwierigkeiten – viel kleiner, kurzschwänziger und überall dicht gebändert. Gegenüber den beiden iberischen Arten ist der Unterflügel das entscheidende Merkmal: hier sandfarben, sodass der Vogel von unten gleichmäßig hell wirkt, statt weiß mit scharfem dunklem Rand. Und der Ruf entscheidet immer: ein weiches, zweisilbiges Blubbern, weder ein trockenes Rattern noch ein tiefer, rollender Ruf.
Lebensraum
Flache Wüste mit wenig Relief: Sand- und Kiesebenen, die Ränder von Dünenfeldern, weite Hamadaflächen mit verstreuten Grasbüscheln und breite trockene Wadibetten. Von den drei Wüstenflughühnern verträgt diese Art den lockersten Sand und findet sich oft genau dort, wo Erg auf Reg trifft. Die Nahrung besteht aus Samen, die im Gehen vom Boden gepickt werden, und Trupps fressen auch auf Stoppeln und an Feldrändern rund um die Oasen und im Kulturland des Negev. Das Wasser bestimmt den Tagesablauf: Ein bis zwei Stunden nach Sonnenaufgang treffen die Trupps an einem Tümpel, einer Viehtränke oder einem Brunnen ein, trinken rasch und fliegen wieder ab. Das Männchen tränkt dort seine Bauchfedern; dieses Gefieder hält Wasser, und er fliegt es zu den Küken zurück, die es direkt aus den Federn trinken.
Wo der Vogel vor allem zu Hause ist, eingeteilt nach EUNIS – dem europäischen Standard für Lebensräume.
Verbreitung und Zug
Zwei Schwerpunkte im Kartengebiet. In der südlichen Levante ist es Jahresvogel im Negev und in der Arava, am häufigsten im Süden. In Nordwestafrika brütet es in der Vorsahara südlich des Hohen Atlas und des Antiatlas: im Tafilalt um Rissani und Merzouga, in den Ebenen bei Zagora und am mittleren Draa. Weiter östlich und südlich, jenseits der Karte, reicht das Verbreitungsgebiet quer durch die Sahara und Arabien über das Iranische Hochland bis in den Nordwesten des indischen Subkontinents. In Europa sollte man nicht nach ihm suchen; nur vereinzelte Vögel haben je das Mittelmeer überquert.
- Jahresvogel
- Winter
- Durchzug
- dunkel = Kerngebiet, hell = dünn verbreitet
Wie und wann beobachten
Zum Wasser gehen und warten. In der Arava und im Negev sowie an den Brunnen und Viehtränken um Merzouga und Rissani treffen die Trupps zwischen einer und zwei Stunden nach Sonnenaufgang ein – später als die meisten Wüstenvögel, Eile ist also nicht nötig. Niedrig sitzen, die Sonne im Rücken, und horchen: Das blubbernde quee-too kommt fast immer vor den Vögeln an. Das Absuchen der offenen Ebene bringt selten etwas; wenn man doch etwas entdeckt, ist es meist nur ein orangefarbener Kopf über einem Grasbüschel. Ein Spektiv an einem festen Standort ist besser als Herumfahren.
Gefährdungsstatus
Weltweit nicht gefährdet – die Art besiedelt einen großen Wüstengürtel von der Atlantikküste der Sahara bis zum indischen Subkontinent –, doch am Nordrand dieses Gürtels ist der Rückgang stark. Im Negev ist der Bestand seit den 1980er-Jahren stark gesunken, und aus dem Tal von Be'er Sheva und dem nordwestlichen Negev ist die Art nahezu verschwunden. Als Gründe werden der Verlust sauberen Trinkwassers, die Ausbreitung von Ackerland und Gewächshäusern, Störungen durch militärische Übungen und Beweidung sowie eine erhöhte Nestprädation durch Füchse und Schakale genannt, die von menschlichen Abfällen profitieren. Gezielte Schutzmaßnahmen wurden dort bisher nicht ergriffen.
Wissenschaftlicher Name
Pterocles senegallus | (Linnaeus, 1771)
Linnaeus beschrieb die Art 1771 als Tetrao senegallus; weil sie später in eine andere Gattung gestellt wurde, stehen Autor und Jahr in Klammern. Die Gattung Pterocles wurde 1815 von Temminck eingeführt. Pterocles ist griechisch, von pteron ‚Flügel‘ und -klēs ‚berühmt, glänzend‘. senegallus ist lat. für ‚vom Senegal‘, nach dem Land, aus dem die zuerst beschriebenen Vögel stammten. Das Exemplar, auf dem die Erstbeschreibung beruht, stammte aus Algerien.



