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Maskengrasmücke | Curruca ruppeli

Rüppells grasmus | Rüppell's Warbler | Curruca de Rüppell | סבכי שחור-גרון | Fauvette de Rüppell

Die Maskengrasmücke ist die schwarzkehlige Grasmücke der Ägäis: eine graue Grasmücke, deren Männchen einen tiefschwarzen Kopf und eine tiefschwarze Kehle hat, durchschnitten von einem breiten, schneeweißen Bartstreif. Das Männchen singt an felsigen Hängen über dem Meer von einer Kermeseiche aus.

Maskengrasmücke (Curruca ruppeli)
Foto: Antonios Tsaknakis — CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Stimme

Der Gesang ist ein schnelles, hartes, leicht stotterndes Schwätzen von zwei bis vier Sekunden, voller und weiter hörbar als das der anderen Grasmücken der Region, mit kurzen ratternden und kratzenden Tönen zwischen klaren Pfiffen: cherre-chek-chek-witcheree-cherr. Er wird von einem vorstehenden Zweig auf einer Buschspitze und sehr oft in einem kurzen Singflug vorgetragen: Das Männchen steigt mit langsamen, betonten Flügelschlägen einige Meter über das Gebüsch, verharrt dort kurz und fällt weiter singend zurück. Der Ruf ist ein hartes, hölzernes chek, meist in Reihen, und bei Störung ein trockenes Schnarren tserr-r-r. Gesungen wird von der Ankunft Ende März bis Anfang Juni, am intensivsten im April, vor allem in den ersten Stunden nach Sonnenaufgang.

Anhören: GesangXC1134812

Aufnahme: Stanislas Wroza — CC BY-NC-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Bestimmung

Das Männchen: Scheitel, Kinn und Kehle tiefschwarz, dazwischen ein breiter weißer Bartstreif, der von der Schnabelbasis bis an die Halsseite zieht, darunter eine scharf abgegrenzte hellgraue Unterseite, die am Bauch in Weiß übergeht. Der Rücken ist rein grau, der Flügel dunkel mit hellen Säumen an Schirmfedern und großen Decken, der Schwanz schwarz mit weißen Außenfedern. Augenring rot, Iris rotbraun, Beine graubraun. Das Weibchen ist weit weniger gezeichnet: grauer Kopf, helle Kehle, oft ein schwacher dunkler Anflug am Kinn und eine Andeutung des hellen Bartstreifs, dazu eine gebrochen weiße, sandfarben getönte Unterseite. Bei ihr und bei Jungvögeln sind die hellen Säume der Schirmfedern das Merkmal, an das man sich halten sollte; sie bilden ein helles Feld auf dem geschlossenen Flügel. Der Vogel ist schlanker als eine Samtkopfgrasmücke und hat einen längeren, spitzeren Flügel – er ist schließlich ein echter Langstreckenzieher.

Verwechslungsarten

Die Samtkopfgrasmücke teilt das gesamte Verbreitungsgebiet und ist die wichtigste Verwechslungsart. Auch ihr Männchen hat eine schwarze Kappe, doch das Schwarz endet am Auge und lässt eine rein weiße Kehle frei; es gibt keinen weißen Bartstreif, der Flügel ist zeichnungslos ohne helle Schirmfedersäume, und der Vogel ist kompakter mit kürzerer Flügelspitze. Weibchen und Vögel im ersten Kalenderjahr sind schwieriger: Dann auf die hellen Säume an Schirmfedern und Decken, auf das reinere Grau der Oberseite und auf die längere Handschwingenprojektion der Maskengrasmücke achten. Weiter östlich kommt die Menetriesgrasmücke hinzu, blasser, mit rosa Anflug unterseits und ständig auf und ab bewegtem Schwanz, und auf Zypern die Schuppengrasmücke, deren Männchen zwar einen weißen Bartstreif zeigt, aber über die ganze Unterseite schwarz gefleckt ist. Die Sperbergrasmücke, die dieselbe Region durchzieht, ist weit kräftiger und hat zwei weiße Flügelbinden.

Lebensraum

Warmes, trockenes, steiniges Gelände mit niedrigem Gebüsch: Phrygana aus dornigen Polsterpflanzen, Macchia aus Kermeseiche, Mastixstrauch und Wacholder sowie Garrigue an Kalkhängen, immer mit nacktem Fels und losem Gestein dazwischen. Sie findet sich oft an felsigen Hängen und auf alten, verbuschenden Terrassen und nutzt auch offenen, lichten Buschwald aus Kermeseiche und Zypresse. Anders als die Samtkopfgrasmücke braucht sie keine hohe, dichte Deckung; am zahlreichsten ist sie genau dort, wo die Vegetation dünn ist und der Fels durchscheint. Meist unterhalb von tausend Metern, auf Kreta aber bis etwa sechzehnhundert.

Wo der Vogel vor allem zu Hause ist, eingeteilt nach EUNIS – dem europäischen Standard für Lebensräume.

Verbreitung und Zug

Ein kleines Brutgebiet rund um die Ägäis: der südliche Balkan und die Peloponnes, die Ägäischen Inseln von Lesbos und Chios bis Kreta und Rhodos sowie West- und Südanatolien. Sie ist ein reiner Zugvogel und überwintert weit außerhalb Europas, in Nordostafrika entlang des Südrands der Sahara vom Tschadseebecken ostwärts bis zum Roten Meer. Die Ankunft erfolgt Ende März und Anfang April, der Wegzug im August und September. Nach Westen ist sie ein echter Irrgast: eine Handvoll Nachweise auf der Italienischen Halbinsel, in Westeuropa, auf der Insel Großbritannien und in Skandinavien, meist singende Männchen im Frühjahr, die über das Ziel hinausgeschossen sind.

  • Brutvogel (Sommer)
  • Durchzug
  • dunkel = Kerngebiet, hell = dünn verbreitet
Dichtekarte aus den Nachweisen von GBIF (2006-09-01 – 2026-08-31), gezählt je 0,7°-Rasterzelle und Monat und geteilt durch alle Vogelnachweise in derselben Zelle – so bestimmt die Zahl der Beobachter nicht das Bild. Die Farbtiefe folgt diesem Anteil und läuft allmählich aus, sodass die Karte nicht den Staatsgrenzen folgt. Ländergrenzen: Natural Earth (gemeinfrei).

Wie und wann beobachten

Die zweite Aprilhälfte auf Lesbos ist die klassische Wahl: die Hügel um Ipsilou, die Hänge oberhalb des Golfs von Kalloni und die Straße nach Sigri, wo mehrere singende Männchen in Hörweite voneinander im offenen Gebüsch Reviere halten. Auch die trockenen Hänge des Hymettos bei Athen und die Südküste Kretas sind gut. Früh losgehen, einen Hang mit kniehohen Büschen zwischen nacktem Fels suchen und auf den Singflug achten: Ein schwarz-weißer Kopf, der über das Gebüsch steigt, ist auf hundert Meter zu erkennen. Bei jeder grauen Grasmücke ohne schwarze Kappe die Schirmfedersäume prüfen, bevor man sie als Samtkopfgrasmücke abhakt.

Gefährdungsstatus

Weltweit nicht gefährdet, doch das Verbreitungsgebiet ist klein und der Trend rückläufig. Die wichtigsten Gefährdungen bestehen im Brutgebiet: Überweidung durch Ziegen, die die Strauchschicht beseitigt, große Brände und im anderen Extrem das Zuwachsen aufgegebener Terrassen mit hohem Gebüsch und Wald. Auch Ferienhausbau und Straßenbau an den Ägäisküsten spielen eine Rolle, gerade im niedrigen Küstengürtel, in dem die Art am häufigsten ist. Da sie am Südrand der Sahara überwintert, wirken sich auch die Bedingungen dort und entlang des langen Zugwegs aus.

Wissenschaftlicher Name

Curruca ruppeli | (Temminck, 1823) (GBIF: Sylvia ruppeli)

Temminck beschrieb die Art 1823 als Sylvia ruppeli; weil sie später in eine andere Gattung gestellt wurde, stehen Autor und Jahr in Klammern. Die Gattung Curruca wurde 1802 von Bechstein eingeführt. Curruca ist lateinisch, der Name eines nicht näher bestimmten kleinen Vogels, der beim römischen Dichter Juvenal vorkommt. ruppeli ehrt den deutschen Naturforscher und Reisenden Eduard Rüppell (1794–1884), der in Nordostafrika und Arabien sammelte. Das Exemplar, auf dem die Erstbeschreibung beruht, stammte aus Heraklion auf Kreta.