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Iberiengrünspecht | Picus sharpei

Iberische groene specht | Iberian Green Woodpecker | Pito ibérico | נקר ירוק איברי | Pic de Sharpe

Der Specht fast der gesamten Iberischen Halbinsel, wo er den Grünspecht ersetzt. Seit 2011 als eigene Art geführt, unterscheidet er sich vor allem durch sein graues, nahezu maskenloses Gesicht.

Iberiengrünspecht (Picus sharpei)
Hauptfoto · Foto: Luis García (Zaqarbal) — CC BY-SA 3.0 ES · Wikimedia Commons

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Stimme

Ein weit hörbares Lachen wie beim Grünspecht, aber schneller, schärfer und etwas höher: kyu-kyu-kyu-kyu, in der Tonhöhe abfallend und zum Ende hin leiser werdend. Ganzjährig zu hören, am häufigsten von Februar bis Mai. Er trommelt wenig, und dann kurz und leise; im Flug ein hartes kyuk.

Anhören: RufXC1158213

Aufnahme: Esperanza Poveda — CC BY-NC-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Bestimmung

Groß und kräftig gebaut, oberseits olivgrün mit abgesetztem gelbgrünem Bürzel und schmutzig weißer, ungezeichneter Unterseite. Der Scheitel ist bis in den Nacken rot, das Gesicht jedoch grau: Um das helle Auge liegt höchstens ein dunkler Ring, nie eine schwarze Maske. Der Bartstreif des Männchens ist ganz rot mit haarfeinem schwarzem Rand, der des Weibchens dunkelgrau. Die Unterschwanzdecken sind nahezu ungebändert. Flug schwer und tief wellenförmig.

Verwechslungsarten

Der Grünspecht überschneidet sich nur in den Pyrenäen und im äußersten Nordosten; er umrahmt das helle Auge schwarz, zeigt beim Männchen den roten Bartstreif innerhalb einer breiten schwarzen Einfassung und hat deutlich gebänderte Unterschwanzdecken. In der schmalen Kontaktzone kommen Übergangsvögel vor, die sich nicht immer bestimmen lassen. Auf der Halbinsel selbst gibt es keinen anderen großen Grünspecht, mit dem er verwechselt werden könnte.

Lebensraum

Alle bewaldeten und halboffenen Landschaften der Halbinsel: Dehesa mit vereinzelten Stein- und Korkeichen, aufgelichtete Kiefernwälder, Eichen- und Kastanienwald, Galeriewälder an Flüssen sowie Parks und große Gärten bis in die Städte. Stets braucht er kurzen Rasen, offenen Boden oder Ameisenhügel in Reichweite sowie alte Bäume zum Anlegen der Höhle. Von Meereshöhe bis weit ins Gebirge.

Wo der Vogel vor allem zu Hause ist, eingeteilt nach EUNIS – dem europäischen Standard für Lebensräume.

Verbreitung und Zug

Fast die gesamte Iberische Halbinsel von der Atlantikküste bis Katalonien, dazu ein schmales Band nördlich der Pyrenäen vom Département Aude bis Pyrénées-Atlantiques. Fehlt auf den Balearen und den Kanaren. Er ist der häufigste Specht Iberiens und nur in den baumlosen Teilen der Extremadura, des Ebrotals und der Levanteküste spärlich. In Nordwesteuropa kommt er nicht vor. Jahresvogel.

  • Jahresvogel
  • Brutvogel (Sommer)
  • Durchzug
  • dunkel = Kerngebiet, hell = dünn verbreitet
Dichtekarte aus den Nachweisen von GBIF (2006-09-01 – 2026-08-31), gezählt je 0,7°-Rasterzelle und Monat und geteilt durch alle Vogelnachweise in derselben Zelle – so bestimmt die Zahl der Beobachter nicht das Bild. Die Farbtiefe folgt diesem Anteil und läuft allmählich aus, sodass die Karte nicht den Staatsgrenzen folgt. Ländergrenzen: Natural Earth (gemeinfrei).

Wie und wann beobachten

Jede Iberienreise bringt ihn: Früh im März oder April durch eine Dehesa oder einen lichten Kiefernwald gehen und dem Lachen bis zum Baum folgen. In den Parks von Madrid und Lissabon sucht er auf den Rasenflächen Nahrung. Bei jedem Vogel die Wange prüfen: Grau ohne schwarze Maske ist das maßgebliche Merkmal. Vorsicht in den Pyrenäen, wo auch der Grünspecht vorkommt.

Gefährdungsstatus

Global nicht gefährdet (IUCN: Least Concern). Häufig und weit verbreitet, ohne ernsthafte Bedrohungen. In den baumärmsten Gegenden nimmt er ab, weil alte Bäume verschwinden und Dehesa in Ackerland umgewandelt wird, während Aufforstung und Verbuschung aufgegebener Agrarflächen ihm andernorts Raum geben. Das Entfernen alter und abgestorbener Bäume aus Parks und Dehesas kostet ihn örtlich Bruthöhlen.

Wissenschaftlicher Name

Picus sharpei | (Saunders, 1872)

Saunders beschrieb die Art 1872 als Gecinus sharpei; weil sie später in eine andere Gattung gestellt wurde, stehen Autor und Jahr in Klammern. Die Gattung Picus wurde 1758 von Linnaeus eingeführt. Picus ist das lateinische Wort für ‚Specht‘ und zugleich der Name des Picus, in der römischen Mythologie des ersten Königs von Latium, der von der Zauberin Circe in einen Specht verwandelt wurde. sharpei ehrt den englischen Zoologen Richard Bowdler Sharpe (1847–1909), Kurator der Vogelsammlung des British Museum. Das Exemplar, auf dem die Erstbeschreibung beruht, stammte aus Spanien südlich der Guadarrama.