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Weißflügellerche | Alauda leucoptera

Witvleugelleeuwerik | White-Winged Lark | Calandria aliblanca | עפרוני לבן-כנף | Alouette leucoptère

Eine Steppenlerche mit dreifarbigem Flügel: kastanienbraune Schulter, schneeweiße Armschwingen und schwarze Handschwingen. Sobald sie fliegt, ist die Sache entschieden; im Gras sitzend ist sie eine große, helle Lerche. Dieser Führer stellt sie mit der Feldlerche in die Gattung Alauda statt zu den Kalanderlerchen.

Weißflügellerche (Alauda leucoptera)
Foto: Алина Урусова — CC BY 4.0 · Wikimedia Commons

Stimme

Der Gesang ähnelt dem der Feldlerche, hat aber kürzere Phrasen, eine höhere Tonlage und einen geschäftigeren Vortrag, mit rasch wiederholten Motiven und vielen Nachahmungen; er wird nicht minutenlang ununterbrochen vorgetragen. Das Männchen singt in einem hohen, weiten Singflug, der einige zehn Meter über die Steppe reichen kann und in einem steilen Sturz endet, und auch von einer Erdscholle oder einem Zaunpfahl. Der Ruf ist ein kräftiges, tiefes chirrp, voller und weniger rollend als bei der Feldlerche, und im Flug ein trockenes chrit. Sie singt von April bis in den Juli.

Anhören: GesangXC184616

Aufnahme: Albert Lastukhin — CC BY-NC-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Bestimmung

Etwas größer und schwerer als eine Feldlerche, mit dickerem Schnabel und kurzem Schwanz. Das Männchen hat einen rostfarbenen Scheitel, rostfarbene Ohrdecken und Schulterfedern, ein weißliches Gesicht mit feinem Augenring und eine helle, ungestreifte Unterseite mit nur einigen Flecken an den Brustseiten. Entscheidend ist der Flügel: Die kleinen Decken sind kastanienbraun, die großen Decken und die gesamte Armschwingenpartie weiß, und dahinter heben sich die schwarzen Handschwingen ab. Im Flug ergibt das ein breites weißes Feld über dem Innenflügel, ähnlich wie bei einer Schneeammer. Der Schwanz hat weiße Außenfedern. Das Weibchen ist blasser gefärbt, mit weniger Rost an Kopf und Schulter und grauerem, feiner gestreiftem Aussehen, behält aber das weiße Flügelfeld.

Verwechslungsarten

Die Feldlerche ist der Ausgangspunkt: Sie hat nur einen schmalen weißen Hinterrand, nie ein weißes Feld über den halben Innenflügel, keine kastanienbraune Schulter und keinen rostfarbenen Scheitel. Die Kalanderlerche ist größer und schwerer, hat schwarze Halsflecken und einen rußschwarzen Unterflügel, sodass sie im Flug dunkel statt hell wirkt. Die Bergkalanderlerche zeigt überhaupt kein Weiß im Flügel. Auf Distanz kann ein fliegender Trupp Weißflügellerchen an Schneeammern erinnern, doch diese haben einen schwarz-weißen Flügel ohne jedes Kastanienbraun und einen ganz anderen, klingelnden Ruf. Bei Weibchen und Jungvögeln bleibt das weiße Armschwingenfeld das entscheidende Merkmal.

Lebensraum

Trockene, krautreiche Federgras- und Wermutsteppe, aufgegebenes, verwildertes Ackerland, kurz beweidete Weiden und die Ränder salziger Senken um Steppenseen. Sie bevorzugt etwas höhere, dichtere Vegetation als die Mohrenlerche und meidet wirklich kahlen Boden. Außerhalb der Brutzeit sucht sie in Trupps Stoppelfelder, Straßenränder und verschneite Steppe ab, oft zusammen mit Feld- und Mohrenlerchen.

Wo der Vogel vor allem zu Hause ist, eingeteilt nach EUNIS – dem europäischen Standard für Lebensräume.

Verbreitung und Zug

Brütet in den pontisch-kaspischen Steppen – von der Don-Ebene und Rostow über Wolgograd, Kalmückien und Saratow bis Orenburg – und ostwärts über die kasachische Steppe bis nach Südwestsibirien. Nur dieser Westrand liegt im Kartengebiet; der Großteil des Areals liegt weit außerhalb. Nördlich des Schwarzen Meers brütete sie einst regelmäßig und heute bestenfalls unregelmäßig. Im Winter ziehen die Vögel an das nördliche Schwarze Meer, auf die Krim, in die südliche pontische Steppe, den Nordkaukasus und das kaspische Tiefland; bei strengem Frost erscheinen Trupps bis auf den Balkan und in Anatolien. Weiter westlich ist sie ein Irrgast mit nur einer Handvoll Nachweisen für Westeuropa.

  • Brutvogel (Sommer)
  • Winter
  • Durchzug
  • dunkel = Kerngebiet, hell = dünn verbreitet
Dichtekarte aus den Nachweisen von GBIF (2006-09-01 – 2026-08-31), gezählt je 0,7°-Rasterzelle und Monat und geteilt durch alle Vogelnachweise in derselben Zelle – so bestimmt die Zahl der Beobachter nicht das Bild. Die Farbtiefe folgt diesem Anteil und läuft allmählich aus, sodass die Karte nicht den Staatsgrenzen folgt. Ländergrenzen: Natural Earth (gemeinfrei).

Wie und wann beobachten

Mai und Juni in der Steppe von Rostow, Kalmückien oder der zentralkasachischen Steppe. In die Federgrassteppe hinausgehen und warten: Der Gesang kommt von hoch oben, und sobald der Vogel einfällt oder ein kleiner Trupp auffliegt, blitzt das weiße Armschwingenfeld auf. Unbedingt den Flügel sehen und nie versuchen, einen Vogel am Boden zu bestimmen; im Zweifelsfall lässt er sich sitzend nicht von der Feldlerche trennen. Im Winter dieselben Ebenen absuchen, bis die gemischten Trupps auffliegen.

Gefährdungsstatus

Weltweit nicht gefährdet (LC), am Westrand des Areals aber stark rückläufig. Im europäischen Teil des Areals ist die Art innerhalb weniger Jahrzehnte stark ausgedünnt; das Umpflügen der letzten Federgrassteppe, die Umwandlung von Weiden in Ackerland, das Ende extensiver Beweidung und das Austrocknen der salzigen Senken laufen alle auf dasselbe hinaus. Die Zahlen in der kasachischen Steppe sind noch groß, doch die nach 1991 aufgegebenen Brachen werden auch dort wieder in Kultur genommen. Das Gegenmittel ist dasselbe wie für jeden Steppenvogel: große ungepflügte Ebenen unter extensiver Beweidung.

Wissenschaftlicher Name

Alauda leucoptera | Pallas, 1811 (GBIF: Melanocorypha leucoptera)

Pallas beschrieb die Art 1811 und stellte sie gleich in die Gattung, in der sie noch heute steht. Die Gattung Alauda wurde 1758 von Linnaeus eingeführt. Alauda ist das lateinische Wort für ‚Lerche‘; nach Plinius geht es auf ein keltisches Wort zurück. leucoptera ist griechisch, von leukos ‚weiß‘ und pteron ‚Flügel‘, nach den weißen Feldern im Flügel. Das Exemplar, auf dem die Erstbeschreibung beruht, stammte aus der Barabasteppe in Sibirien.