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Nonnensteinschmätzer | Oenanthe pleschanka
Bonte tapuit | Pied Wheatear | Collalba pía | סלעית שיחים | Traquet pie
Der Steinschmätzer der Steppe und der Meeresklippen rund um das Schwarze Meer: ein schwarz-weißes Männchen mit weißer Kappe und tiefschwarzem Rücken, das in einem langsamen, schmetterlingsartigen Singflug über den Hang steigt. Am Westrand seines Areals, vom Westufer des Schwarzen Meeres bis zum Elburs, brütet er zwischen Östlichen Mittelmeersteinschmätzern, und die beiden kreuzen sich in großem Umfang – dort stehen alle Zwischenformen gemeinsam auf den Felsen. In Nordwesteuropa ist er ein Irrgast im Herbst.
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Stimme
Der Gesang ist voller und melodischer als der der Mittelmeersteinschmätzer: eine abwechslungsreiche Folge kurzer pfeifender und kratzender Phrasen mit viel Nachahmung, meist in einem Singflug vorgetragen, bei dem der Vogel mit langsamen, schmetterlingsartigen Flügelschlägen über den Hang steigt und weiter singend wie ein Fallschirm herabschwebt. Der Ruf ist ein hartes, trockenes chak, oft in Serien, und ein raueres, gedehntes zrrrt. Von April bis in den Juli zu hören, vor allem am frühen Morgen.
Aufnahme: Jochem Verweij — CC BY-SA 4.0 · xeno-canto
Bestimmung
Schlank und langschwänzig, etwas kleiner und feiner als der Steinschmätzer. Das Männchen im Brutkleid hat einen reinweißen Scheitel und Nacken, ein tiefschwarzes Gesicht, Kehle und Brustseiten und einen ebenso schwarzen Mantel und Rücken, sodass das Schwarz ununterbrochen vom Kinn bis zum Bürzel reicht. Die Unterseite ist reinweiß, ohne Orange oder Beige. Der Schwanz trägt mehr Schwarz als bei den Mittelmeersteinschmätzern: eine breite schwarze Endbinde, wobei das Schwarz auch an der äußeren Feder weit hinaufreicht. Im frischen Herbstgefieder verschwindet dieses Bild vollständig: Breite beige und cremefarbene Säume bedecken Scheitel und Mantel, und der Vogel wirkt braun und geschuppt – genau das Kleid, in dem die meisten westeuropäischen Irrgäste erscheinen. Das Weibchen ist dunkel graubraun mit dunklem Kopf, heller Kehle und demselben Schwanz.
Verwechslungsarten
Alles beginnt beim Mantel. Beim Nonnensteinschmätzer ist er schwarz und hart gegen den weißen Scheitel abgesetzt; beim Östlichen Mittelmeersteinschmätzer – siehe dessen eigene Seite – bleibt der Mantel hell. Der zweite Punkt ist die Halsseite: Hier bilden Kehle, Halsseite und Mantel eine ununterbrochene schwarze Fläche, während bei den Mittelmeersteinschmätzern ein heller Keil zwischen Kehle und Schulter bleibt. Der dritte ist der Schwanz, in dem der Nonnensteinschmätzer deutlich mehr Schwarz trägt. All das gilt nur außerhalb der Hybridzone: Am Westufer des Schwarzen Meeres, im Kaukasus und im Elburs brüten die beiden gemeinsam, und Zwischenformen sind so häufig, dass ein Teil der Vögel nach dem Gefieder überhaupt nicht bestimmt werden kann. Steht man dort, notiert man am besten „Nonnen- oder Mittelmeersteinschmätzer“. Auch der Gesang hilft nicht weiter: Beide Arten singen abwechslungsreiche Strophen voller Nachahmungen, und in den Mischpopulationen gehen auch die Gesänge ineinander über. Der Zypernsteinschmätzer ist der nächste Verwandte dieser Art und steht ihr taxonomisch nahe, brütet aber nur auf Zypern, wo der Nonnensteinschmätzer ausschließlich auf dem Zug vorkommt. Er ist kleiner und kurzflügeliger, sein Scheitel ist cremefarben statt reinweiß, Brust und Bauch tragen einen deutlichen orangebeigen Anflug, wo der Nonnensteinschmätzer reinweiß ist, Rücken und Schwanz haben mehr Schwarz, und er singt von Bäumen in fünf bis zehn Meter Höhe – eine Höhe, die kein anderer Steinschmätzer nutzt. Auch sein Gesang ist keine Strophe, sondern eine Reihe summender, insektenartiger Ausbrüche. Der Steinschmätzer ist größer, grauer am Rücken und zeigt das bekannte umgekehrte T im Schwanz. Braune Herbst-Nonnensteinschmätzer in Westeuropa werden vor allem mit dem Steinschmätzer verwechselt: auf den längeren Schwanz, den feineren Schnabel, die dunkleren Ohrdecken und das breitere Schwarz im Schwanz achten. Der Trauersteinschmätzer ist viel größer, ganz schwarz mit weißem Bürzel; der Saharasteinschmätzer hat einen weißen Scheitel, aber einen ganz schwarzen Körper und einen fast ganz weißen Schwanz; der Wüstensteinschmätzer hat einen sandfarbenen Rücken und einen fast ganz schwarzen Schwanz. Schwarzkehlchen und Braunkehlchen sind kleiner, kurzschwänziger und haben kein weißes Bürzelfeld.
Lebensraum
Offenes, trockenes, steiniges Gelände: Steppe mit kahlen Stellen und verstreuten Steinen, Schluchten und Erosionsrinnen, felsige Berghänge und Steilstufen und am Schwarzen Meer die Kalkklippen der Küste. Auch Steinbrüche, Ruinen und verfallene Gebäude, wo er in Nischen und Spalten brütet. Stets mit offenem Boden zum Jagen, Steinen als Warten und einem Hohlraum für das Nest.
Wo der Vogel vor allem zu Hause ist, eingeteilt nach EUNIS – dem europäischen Standard für Lebensräume.
Verbreitung und Zug
Brütet von den Steppen am Schwarzen Meer – Dobrudscha, die Küste um Kap Kaliakra, die nördliche Schwarzmeerküste und die Krim – ostwärts durch die südlichen Steppen Osteuropas, den Kaukasus, das iranische Hochland und Zentralasien bis Ostasien. Der europäische Bestand wird auf etwa 47.500 bis 215.000 adulte Vögel geschätzt, ein kleiner Bruchteil des Weltbestands. Alle Vögel überwintern in Nordost- und Ostafrika, weit außerhalb des Gebiets dieses Führers; der Zug verläuft durch die Levante. In Nordwesteuropa ist er ein seltener, aber fast alljährlicher Irrgast mit deutlichem Höhepunkt im Oktober und November und vereinzelten Vögeln im späten Frühjahr; fast immer braune Herbstvögel auf Inseln und an der Küste. Im Mittelmeerraum nur sehr vereinzelt.
- Brutvogel (Sommer)
- Winter
- Durchzug
- dunkel = Kerngebiet, hell = dünn verbreitet
Wie und wann beobachten
Ende April oder im Mai an der westlichen Schwarzmeerküste, am Kap Kaliakra oder Kap Emine: Die Männchen singen dort von den Kalkklippen und zeigen den schmetterlingsartigen Singflug über dem Abgrund. Dort genau hinsehen, denn dies ist die Mitte der Hybridzone, und derselbe Hang beherbergt Nonnensteinschmätzer, Östliche Mittelmeersteinschmätzer und alles dazwischen. In Nordwesteuropa ist der Herbst der richtige Zeitpunkt: Mitte Oktober bis Ende November auf einer Buhne, einem Seedeich oder einer Salzwiese, und dann ist es ein brauner Vogel, den nur der Schwanz, die Proportionen und viel Geduld bestimmen.
Gefährdungsstatus
Global nicht gefährdet; das Areal ist sehr groß, und sein Schwerpunkt liegt in Zentralasien, wo die Zahlen stabil erscheinen. Am europäischen Westrand ist das Bild weniger günstig: Die Küstenpopulationen am westlichen Schwarzen Meer sind klein und an einen schmalen Streifen aus Steppe und Klippen gebunden, der durch Küstenbebauung, Windparks und Tourismus stark unter Druck steht, und die Umwandlung von Steppe in Ackerland verkleinert dieses Areal seit Jahrhunderten. Im Kaukasus und auf dem iranischen Hochland ist die Art zahlreich. Steinbrüche, Ruinen und aufgegebene Stallgebäude bieten an vielen Orten Brutplätze, die den natürlichen Fels ergänzen.
Wissenschaftlicher Name
Oenanthe pleschanka | (Lepekhin, 1770)
Lepekhin beschrieb die Art 1770 als Motacilla pleschanka; weil sie später in eine andere Gattung gestellt wurde, stehen Autor und Jahr in Klammern. Die Gattung Oenanthe wurde 1816 von Vieillot eingeführt. Oenanthe verwendete Aristoteles für einen Vogel, der sich nicht mehr bestimmen lässt; das Wort kommt von griech. oinos, oinoē ‚Wein, Weinstock‘ und anthos ‚Blume, Blüte‘. pleschanka ist der russische Name des Vogels, zu plesch ‚kahle Stelle am Kopf‘, nach dem weißen Scheitel. Das Exemplar, auf dem die Erstbeschreibung beruht, stammte aus Saratow an der Wolga.




