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Senegaltschagra | Tchagra senegalus
Zwartkruintsjagra | Black-Crowned Tchagra | Chagra del Senegal | חנקן סנגלי | Tchagra à tête noire
Mit dem Senegaltschagra kommt eine ganze Familie in diesen Führer, die sonst vollständig afrikanisch ist: die Buschwürger. Er ist ein Vogel dichten, niedrigen Gebüschs, den man fast nie einfach sieht. Man hört ihn – eine Reihe klarer Pfiffe aus einem undurchdringlichen Brombeergewirr –, und erst nach geduldigem Warten schiebt er sich für einige Sekunden ins Freie. Ceuta, die spanische Exklave auf der afrikanischen Seite der Straße von Gibraltar, beherbergt den einzigen spanischen Bestand; auf dem europäischen Festland ist er als Brutvogel nicht bekannt.
Stimme
Der Gesang ist eine Reihe von vier bis acht klaren Pfiffen, die die Tonleiter hinablaufen: tuu-tuu-tuu-tuu, langsam, rein und weit hörbar, mit dem Klang einer Blechflöte. Er wird von einem Busch aus vorgetragen, aber auch in einem kurzen Balzflug, bei dem der Vogel schräg aufflattert, mit den Flügeln ein trockenes rrrrt erzeugt und wieder hinabschwebt – der einzige Moment, in dem er sich richtig zeigt. Bei Gefahr ein rau kratzendes chairr und ein klapperndes Rattern. Am häufigsten von Februar bis Mai, vor allem in der ersten Stunde nach Sonnenaufgang und erneut gegen Abend.
Aufnahme: Étienne Leroy — CC BY-NC-SA 4.0 · Wikimedia Commons
Bestimmung
Würgergroß und würgerförmig, aber langschwänziger und dickschnäbeliger: 21 bis 23 cm, ein guter Teil davon gestufter Schwanz. Der Scheitel ist glänzend schwarz, eingefasst von einem breiten cremefarbenen Überaugenstreif mit schwarzem Augenstreif darunter, sodass der Kopf in drei scharfen Bändern gezeichnet ist – das beste Merkmal auf jede Entfernung. Oberseite graubraun, der geschlossene Flügel mit einem warm rotbraunen Feld, Unterseite trüb weiß mit graubeigen Flanken. Der schwarze Schwanz ist stark gestuft und hat breite weiße Spitzen, die aufblitzen, wenn der Vogel zurück in die Deckung taucht. Der Schnabel ist schwarz, hoch und an der Spitze deutlich hakig; die Beine sind blaugrau. Geschlechter gleich; Jungvögel haben einen matt braunschwarzen Scheitel und ein verwaschenes Kopfmuster.
Verwechslungsarten
Nichts in dieser Region sieht ihm wirklich ähnlich, doch der Heckensänger bewohnt dieselben Dickichte, hat dieselbe versteckte Lebensweise und stelzt ebenfalls einen langen, weiß gespitzten Schwanz. Dieser ist schlanker, mit dünnem Insektenfresserschnabel, rostfarbenem Bürzel und Schwanz und aufrechter, hüpfender Haltung; der Tschagra bewegt sich schwer und waagerecht und trägt den dicken Hakenschnabel. Würger sind die andere Falle, meist aber nur im Kopf des Beobachters: Iberienraubwürger und Rotkopfwürger sitzen frei auf Drähten und Buschspitzen, während ein Tschagra ins Gewirr abtaucht, sobald er sich beobachtet fühlt. Eine Reihe reiner, abfallender Pfiffe aus dichtem Gebüsch im Maghreb oder in Ceuta kann nichts anderes sein.
Lebensraum
Dichtes, niedriges, möglichst dorniges Gebüsch mit kahlem Boden darunter: Brombeere und Zwergpalme an sonnigen Hängen, Mastixstrauch und Wildolive, verwilderte Feldränder, Feigenkaktushecken um Kulturland und die buschigen Ränder von Bächen und Wadis (Trockentäler, die nur nach Regen Wasser führen) mit Tamariske und Oleander. Er ist ausgesprochen ein Gebüsch- und kein Waldvogel: Geschlossenen Wald meidet er ebenso konsequent wie kahle Ebenen. Die Nahrungssuche erfolgt meist zu Fuß am Boden unter den Büschen, mit großen Insekten, kleinen Eidechsen und Schnecken als Beute; das Nest sitzt niedrig und tief im Inneren eines Dornbuschs.
Wo der Vogel vor allem zu Hause ist, eingeteilt nach EUNIS – dem europäischen Standard für Lebensräume.
Verbreitung und Zug
Im Gebiet dieses Führers ist er auf Nordwestafrika beschränkt, von den atlantischen Ebenen und dem Souss bis an die unteren Hänge des Atlas und ostwärts über den nördlichen Maghreb. Dazu gehört Ceuta, die spanische Exklave an der afrikanischen Küste der Straße von Gibraltar, wo er das Gebüsch und die Bachtäler im Westen des Gebiets bewohnt, um das Tal von Calamocarro und die Sierra de Bullones – der einzige Ort auf spanischem Boden. Auf dem europäischen Festland brütet er nicht. Außerhalb der Region ist er ein weit verbreiteter afrikanischer Vogel, vom Sahel bis ins südliche Afrika. Er zieht nicht und hält sein Revier das ganze Jahr.
- Jahresvogel
- Brutvogel (Sommer)
- Winter
- Durchzug
- dunkel = Kerngebiet, hell = dünn verbreitet
Wie und wann beobachten
Ceuta (mit der Fähre ab Algeciras), März bis Mai, die erste Stunde des Tageslichts: die Wege im Tal von Calamocarro oder entlang der Sierra de Bullones im Westen der Stadt abgehen und oft stehenbleiben, um zu lauschen. Nicht ins Gebüsch drängen, das ist kontraproduktiv; auf den Gesang warten, ihn bis zum richtigen Busch verfolgen, und mit Glück steigt der Vogel in seinem Balzflug über das Gewirr auf. Im Souss ist es viel einfacher: Fast jeder zugewachsene Wadirand bringt einen. Keine Klangattrappen verwenden – der Bestand in Ceuta ist klein, und die Vögel reagieren stark.
Gefährdungsstatus
Weltweit nicht gefährdet (IUCN: Least Concern), mit einem sehr großen afrikanischen Areal und ohne nachweisbaren Rückgang. Auf spanischem Boden sieht es anders aus: Der kleine Bestand in Ceuta ist gesetzlich geschützt und anfällig für Gebüschrodung und Brände sowie für Störungen durch Vogelbeobachter, die sich an den Singwarten drängen. Im Maghreb ist die Art häufig und scheint in halboffenem Agrarland mit Hecken und Dickichten gut zurechtzukommen.
Wissenschaftlicher Name
Tchagra senegalus | (Linnaeus, 1766)
Linnaeus beschrieb die Art 1766 als Lanius senegalus; weil sie später in eine andere Gattung gestellt wurde, stehen Autor und Jahr in Klammern. Die Gattung Tchagra wurde 1831 von Lesson eingeführt. Tchagra ist ein lautmalender Name, nach dem Ruf des Vogels gebildet. senegalus bedeutet ‚aus dem Senegal‘, nach dem Gebiet, aus dem die zuerst beschriebenen Vögel stammten. Das Exemplar, auf dem die Erstbeschreibung beruht, stammte aus Senegal.



