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Saharakragentrappe | Chlamydotis undulata
Westelijke kraagtrap | African Houbara | Avutarda hubara africana | חוברה מערבית | Outarde houbara
Die einzige Trappe der Kanarischen Inseln und die einzige Wüstentrappe, die man in Europa ohne großes Glück sehen kann. Man ist früh auf einer flachen Steinebene auf Lanzarote oder Fuerteventura unterwegs und sucht einen Vogel von der Größe einer kleinen Gans, der genau die Farbe der Ebene hat. Erst wenn er den Hals streckt, erscheint eine schwarze Linie, wo eben noch nichts war.
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Stimme
Praktisch stumm. Ein balzendes Männchen gibt höchstens ein tiefes, dumpfes Dröhnen von sich, das der Wind auf dreißig Meter verschluckt, darüber hinaus hört man nichts. Bei dieser Art nicht auf Laute setzen: Sie ist ein Vogel, den man mit dem Fernglas findet oder gar nicht.
Aufnahme: Larbi Badaoui — CC BY-NC 4.0 · Wikimedia Commons
Bestimmung
Eine langbeinige Trappe mit langem grauem Hals und kurzem, breitem Körper. Oberseite sandfarben mit dichter dunkler Wellenzeichnung und Pfeilflecken, Unterseite weiß. An der Halsseite hängt ein Band lockerer, verlängerter schwarzer Federn mit weißer Basis, und der Scheitel trägt einen kurzen schwarz-weißen Schopf. Beine lang und graugrün. Im Flug ein großes weißes Feld an der Basis der Handschwingen mit schwarzer Spitze, der Hals gerade ausgestreckt, die Flügelschläge langsam und tief. Bei der Balz wirft das Männchen die Hals- und Scheitelfedern über den Kopf, sodass der Kopf verschwindet und ein weißer Ball über die Ebene trabt, minutenlang auf einer festen Runde, von Dezember bis März.
Verwechslungsarten
Auf den Kanaren steht sie allein; was dort auf Distanz für eine Trappe gehalten wird, ist meist ein Triel oder ein Rennvogel, beide weit kleiner und mit ganz anderer Kopfform. Im Hitzeflimmern auf einer flachen Ebene ist das schwieriger, als es klingt, daher auf die Höhe über dem Boden und die schwarze Halslinie achten. Die Steppenkragentrappe, Chlamydotis macqueenii, wird seit 2003 als eigene Art geführt und erscheint in der Region nur als große Seltenheit; sie ist größer und heller, mit längerem Schopf und mehr Weiß im Flügel, während diese Art oberseits dunkler und dichter gezeichnet ist. Auf den Kanaren stellt sich die Frage nie – jede Kragentrappe dort gehört zu dieser Art. Auf dem Festland des Maghreb schon, und dann gilt: Je feiner und dunkler die Oberseitenzeichnung, desto wahrscheinlicher der afrikanische Vogel.
Lebensraum
Flache, offene Halbwüste: Kiesebenen mit verstreuten Felsblöcken, die Sandflächen des jable (kanarischer Sandboden aus angewehtem Muschelsand), festgelegte Dünen und die niedrigste, trockenste Strauchsteppe mit weit auseinanderstehenden niedrigen Büschen wie aulaga (ein dorniger Steppenstrauch) und Verode. Außerdem kleine Grasflächen und die Ränder kleiner, unbewässerter Parzellen, wo die Vögel morgens und abends Nahrung suchen. Lavafelder, hohe Kulturen und bebautes Gelände werden gemieden.
Wo der Vogel vor allem zu Hause ist, eingeteilt nach EUNIS – dem europäischen Standard für Lebensräume.
Verbreitung und Zug
Zwei getrennte Teile innerhalb des Kartenausschnitts. Erstens die östlichen Kanaren: Fuerteventura, Lanzarote und La Graciosa, früher auch Lobos; auf Teneriffa und Gran Canaria ist sie verschwunden. Diese Vögel gehören zur Unterart C. u. fuertaventurae, kleiner, dunkler und stärker gezeichnet als die Festlandvögel. Zweitens Nordafrika: die atlantischen Ebenen und die Prä-Sahara des westlichen Maghreb und der Westsahara, ostwärts entlang des Nordrands der Sahara bis zum Nil. Auf dem iberischen Festland kommt sie nicht vor.
- Jahresvogel
- Winter
- Durchzug
- dunkel = Kerngebiet, hell = dünn verbreitet
Wie und wann beobachten
Januar oder Februar, die erste Stunde nach Sonnenaufgang, und beim Auto bleiben. Auf Lanzarote ist der jable zwischen Teguise, Soo und Muñique das klassische Gebiet, auf Fuerteventura die Ebenen um Tindaya und der Istmo de la Pared. Die Pisten im Schritttempo abfahren und aus dem Fenster suchen: Ein laufender Vogel zeichnet sich gegen den Horizont ab, ein stehender nicht. Nicht in die Ebene hinauslaufen – die Vögel ducken sich und fliegen dann ab, und Störung ist hier ein echtes Problem. Ein balzendes Männchen auf dreihundert Meter ist ein weißer Punkt, der immer wieder an derselben Stelle auftaucht.
Gefährdungsstatus
Auf der Weltliste als gefährdet (Vulnerable) eingestuft. Der kanarische Bestand wird auf etwa siebenhundert Vögel auf Fuerteventura, Lanzarote und La Graciosa geschätzt, eine Erholung gegenüber der Lage in den 1970er- und 1980er-Jahren. Was ihnen weiterhin schadet: Kollisionen mit Strom- und Telefonleitungen – ein LIFE-Projekt hat zwischen 2003 und 2007 eine Reihe von Leitungen markiert oder unter die Erde verlegt –, dazu Geländefahrten, touristische Erschließung, verwilderte Katzen und Hunde sowie illegaler Abschuss. In Nordafrika kommt die Beizjagd hinzu, und dort werden in großem Umfang in Gefangenschaft gezüchtete Vögel freigelassen, um die Jagd zu versorgen.
Wissenschaftlicher Name
Chlamydotis undulata | (Jacquin, 1784)
Jacquin beschrieb die Art 1784 als Psophia undulata; weil sie später in eine andere Gattung gestellt wurde, stehen Autor und Jahr in Klammern. Die Gattung Chlamydotis wurde 1839 von Lesson eingeführt. Chlamydotis ist griechisch, von khlamus ‚Reitermantel mit beschwerten Zipfeln‘ und otis ‚Trappe‘. undulata bedeutet lat. ‚gewellt‘, nach der feinen Wellenzeichnung des Gefieders.



