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Maghrebbuchfink | Fringilla spodiogenys
Afrikaanse vink | African Chaffinch | Pinzón magrebí | פרוש אפריקני | Pinson du Maghreb
Der Buchfink des Maghreb weicht von den vier Formen am stärksten ab und ist als einzige nicht auf einer Insel beheimatet. Seit 2021 wird er aufgrund genetischer Untersuchungen, Körpermaße und Gesang als eigene Art geführt. In den Korkeichenwäldern des Tell oder im Zedernwald des Mittleren Atlas zeigt er sich als Buchfink mit moosgrünem Rücken, weißem Augenring und fast weißer Unterseite.
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Stimme
Der Gesang ist eine kurze, trockene, schnarrende Strophe, die sich beschleunigt und ohne Endschnörkel abbricht — deutlich kürzer und leiser als eine vollständige Buchfinkenstrophe und mit weniger Elementen. Er ist von Februar bis Juni zu hören, von einem Ast am Waldrand oder aus einem Olivenbaum. Der Ruf ist ein kurzes, hartes chip oder pink, dazu ein weiches, ansteigendes hweet.
Aufnahme: Sven Normant — CC BY-NC-SA 4.0 · Wikimedia Commons
Bestimmung
Das Männchen hat einen aschgrauen Kopf mit einem schwarzen Stirnband über dem Schnabel, schwarze Zügel und einen schmalen, aber deutlichen weißen Augenring — der wissenschaftliche Name spodiogenys bezieht sich auf die aschgrauen Wangen. Der Mantel ist kräftig moosgrün bis gelbgrün und scharf gegen den grauen Nacken abgesetzt. Die Unterseite ist hell: von gebrochen weiß bis hell graurosa, bei westlichen Vögeln mit rosa Anflug über die Brust, bei östlichen fast ohne Farbe, und stets mit weißem Bauch. Der Flügel ist schwarz mit einem sehr breiten weißen Schulterfeld, einer zweiten weißen Binde und gelben Säumen; die äußeren Schwanzfedern sind weiß. Das Weibchen ist graubraun und viel heller als ein Buchfinkenweibchen, mit denselben breiten weißen Flügelabzeichen.
Verwechslungsarten
Gegenüber dem Buchfinken ist die Bestimmung einfach: Der Rücken ist moosgrün statt rostbraun, die Unterseite hell statt ziegelrosa, das weiße Flügelfeld breiter, und der weiße Augenring mit den schwarzen Zügeln gibt dem Kopf einen eigenen Ausdruck. Zahlreiche europäische Buchfinken überwintern in Nordafrika, sodass beide dort nebeneinander vorkommen; zuerst auf den Rücken, dann auf die Unterseite achten. Gegenüber den Inselbuchfinken: Azorenbuchfink und Madeirabuchfink haben einen blaugrauen statt aschgrauen Kopf und eine wesentlich farbigere Brust, und keiner von beiden hat den scharf gezeichneten weißen Augenring. Nach Süden und Osten werden die Vögel heller.
Lebensraum
Wälder des Maghreb in allen Ausprägungen: Kork- und Steineichen im Rif und im Tell, sommergrüne Eichen in den feuchteren Tälern, Zedernwald im Mittleren Atlas, Aleppokiefer und Wacholder an den trockeneren Hängen, darüber hinaus Olivenhaine, Obstgärten, Parks, Gärten und die bewachsenen Ränder von Dörfern und Oasen. Er kommt von Meereshöhe bis deutlich über zweitausend Meter vor. Die Nahrung sucht er am Boden unter den Bäumen, auf Wegen und an Wegrändern.
Wo der Vogel vor allem zu Hause ist, eingeteilt nach EUNIS – dem europäischen Standard für Lebensräume.
Verbreitung und Zug
Nordwestafrika: der Maghreb ostwärts bis Tripolitanien, mit einer getrennten, isolierten Population in der Cyrenaika. Standvogel ohne Wanderungen. Auf den Inseln Pantelleria und Lampedusa, die gerade noch im Kartengebiet dieses Führers liegen, wurde er einige Male nachgewiesen, auf dem europäischen Festland nicht.
- Jahresvogel
- Brutvogel (Sommer)
- Winter
- Durchzug
- dunkel = Kerngebiet, hell = dünn verbreitet
Wie und wann beobachten
Die Zedernwälder oberhalb von Azrou im Mittleren Atlas oder der Korkeichenwald um Aïn Draham, im März oder April. Am Boden entlang der Forststraße suchen, denn dort sucht er Nahrung, und bei jedem Buchfinken zuerst den Rücken prüfen: Moosgrün ist diese Art, Rostbraun ein Wintergast aus Europa. Im Winter mischen sich beide oft in denselben Trupps, und dann ist der direkte Vergleich möglich.
Gefährdungsstatus
Die oben angegebene Kategorie ist die des Buchfinken. Die Rote Liste führt diesen Finken noch innerhalb jener Art und bewertet ihn daher nicht gesondert; der Führer nennt deshalb die Kategorie der weiter gefassten Art statt „nicht evaluiert“, denn bewertet wurde er — nur unter einem weiteren Artkonzept. In den bewaldeten Teilen des Maghreb ist er örtlich zahlreich, außerhalb davon spärlich. Hauptbelastung ist der fortschreitende Verlust nordafrikanischer Wälder: Holzeinschlag, starke Beweidung des Unterwuchses durch Ziegen und Schafe und wiederholte Brände. Der Zedernwald des Mittleren Atlas geht am schnellsten zurück.
Wissenschaftlicher Name
Fringilla spodiogenys | Bonaparte, 1841
Bonaparte beschrieb die Art 1841 und stellte sie gleich in die Gattung, in der sie noch heute steht. Die Gattung Fringilla wurde 1758 von Linnaeus eingeführt. Fringilla ist das lateinische Wort für ‚Fink‘. spodiogenys ist griechisch für ‚mit aschgrauen Wangen‘, von spodios ‚aschgrau‘ und genys ‚Wange‘. Das Exemplar, auf dem die Erstbeschreibung beruht, stammte aus Sfax in Tunesien.




