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Einfarbstar | Sturnus unicolor
Zwarte spreeuw | Spotless Starling | Estornino negro | זרזיר שחור | Étourneau unicolore
Der Einfarbstar ist der Star der Iberischen Halbinsel: dieselbe Gestalt und derselbe Gang, aber ganz schwarz und mit einem zotteligen Bart unter dem Kinn. Auf jedem iberischen Dorfplatz ist er und nicht der Star der Vogel auf den Dachziegeln.
Stimme
Der Gesang ähnelt dem des Stars, ist aber weiter hörbar, langsamer und pfeifender, mit weniger Rattern. Die typische Phrase ist ein langes, abfallendes tsheeeoo, von einem Dachziegel oder einer Antenne mit zitternden Flügeln wiederholt, zwischen Klick- und Gurgellauten. Er ahmt Hühner, Haussperlinge, Turmfalken und Türklingeln nach. Im Flug und am Schlafplatz ruft er ein kurzes, heiseres tcherr. Gesungen wird vor allem von Februar bis Juni, und viele Männchen beginnen im Herbst erneut.
Aufnahme: Joost van Bruggen — CC BY-SA 4.0 · xeno-canto
Bestimmung
Kompakt und kurzschwänzig, mit spitzen Flügeln und langem, geradem Schnabel. Das Gefieder ist mattes, öliges Schwarz, an Kopf und Brust purpurn glänzend und auf dem Rücken grüner; den metallischen, zweifarbigen Schimmer des Stars zeigt es nie. Im Frühjahr ist der Schnabel gelb, beim Männchen mit blaugrauer, beim Weibchen mit rosa Basis, und die Beine sind kräftig rosa. Die Kehlfedern sind lang und lanzettförmig und spreizen sich beim Singen zu einem zotteligen Bart – das beste Einzelmerkmal der Art. Von Oktober bis Februar erscheinen sehr feine weiße Flecken, fast nur an Bauch und Unterschwanz, während der Mantel ungefleckt bleibt und der Schnabel nachdunkelt. Jungvögel sind dunkel rußbraun mit dunkler Kehle.
Verwechslungsarten
Alles dreht sich um den Star – siehe auch die Artseite des Stars. Im Mai gibt es überhaupt kein Problem, doch von Oktober bis März strömen Millionen nördlicher Stare auf die Halbinsel, und beide Arten bilden auf demselben Rasen einen gemeinsamen Schwarm. Fünf Dinge entscheiden fast jeden Vogel. Der Mantel: Der Star trägt große weiße Tropfen über den ganzen Rücken, der Einfarbstar ist fast ungefleckt. Der geschlossene Flügel: Der Star hat rostbeige Federsäume, die einen warmen, geschuppten Flügel ergeben, der Einfarbstar graue Säume und damit einen dunklen, einheitlichen Flügel. Die Kehle: lang und zerzaust beim Einfarbstar, kurz und glatt beim Star. Der Schnabel: länger und gerader beim Einfarbstar. Und der Körperbau: Der Einfarbstar ist etwas größer, breiterflügelig und wirkt im Flug schwerer. Vorsicht im Juli und August, wenn ein stark abgenutzter adulter Star fast ungefleckt wirken kann – dann Flügel und Kehle beurteilen, nie die Fleckung. Auch die Jungvögel lassen sich gut trennen: rußbraun mit dunkler Kehle beim Einfarbstar, mausbraun mit heller Kehle beim Star.
Lebensraum
Dörfer, Gehöfte, Kirchen und Glockentürme, Dachziegel und Mauerlöcher; außerdem Eichen-Dehesa, Olivenhaine, Gemüsegärten und Stoppelfelder sowie Felswände, Steinbrüche und felsige Schluchten. Nistet in Hohlräumen – unter Ziegeln, in Mauerlöchern, in Nistkästen, in alten Steineichen und in Felsspalten –, oft in lockeren Kolonien aus wenigen Paaren. Sucht laufend und stochernd auf Rasenflächen, Brachland und frisch gepflügten Äckern nach Nahrung und wechselt im Winter in Olivenhaine, Obstgärten und auf Deponien. Übernachtet gemeinsam in Stadtbäumen, Schilfbeständen und Scheunen.
Wo der Vogel vor allem zu Hause ist, eingeteilt nach EUNIS – dem europäischen Standard für Lebensräume.
Verbreitung und Zug
Die gesamte Iberische Halbinsel mit Ausnahme der höchsten und nassesten Teile der kantabrischen Küste und der Pyrenäen, dazu der ganze Maghreb ostwärts bis zur Küste Tripolitaniens, Korsika, Sardinien, Sizilien sowie Roussillon und Languedoc, wo er seit den 1970er-Jahren stetig nach Norden vordringt. Er ist Jahresvogel und verbringt sein Leben meist wenige Kilometer von dem Dorf entfernt, in dem er geschlüpft ist. Sein gesamtes Weltareal liegt innerhalb des Kartengebiets dieses Führers.
- Jahresvogel
- Brutvogel (Sommer)
- Winter
- Durchzug
- dunkel = Kerngebiet, hell = dünn verbreitet
Wie und wann beobachten
Auf der Iberischen Halbinsel eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang unter den Platanen eines Dorfplatzes stehen und warten, bis sich der Schlafplatz füllt. Im März ist ein singendes Männchen auf einem Dachfirst leicht zu studieren: Im Gegenlicht bestimmen der aufgestellte Kehlbart und der gelbe Schnabel den Vogel sofort. Im Januar lassen sich die beiden Stare in einem gemischten Schwarm in einem Olivenhain oder auf einem Fußballplatz nebeneinander an Mantel und Flügel unterscheiden.
Gefährdungsstatus
Nicht gefährdet (IUCN: Least Concern). Er gehört zu den häufigsten Vögeln der Iberischen Halbinsel und breitet sich weiterhin nach Südfrankreich und entlang der kantabrischen Küste aus, begünstigt durch Dörfer, bewässertes Agrarland und Olivenanbau. Probleme sind örtlich: Schäden an Kirschen, Feigen und Tafeltrauben sowie die Belästigung durch städtische Schlafplätze, auf die mitunter mit dem Fällen der Bäume reagiert wird. Das Verschließen von Mauerhohlräumen bei Dachsanierungen kostet ihn in alten Ortskernen Nistplätze.
Wissenschaftlicher Name
Sturnus unicolor | Temminck, 1820
Temminck beschrieb die Art 1820 und stellte sie gleich in die Gattung, in der sie noch heute steht. Die Gattung Sturnus wurde 1758 von Linnaeus eingeführt. Sturnus ist das lateinische Wort für ‚Star‘. unicolor ist lat. für ‚einfarbig‘, von unus ‚eins‘ und color ‚Farbe‘, nach dem ungefleckten Gefieder. Das Exemplar, auf dem die Erstbeschreibung beruht, stammte aus Sardinien.



