Alle Arten › Sperlingsvögel › Meisen › Blaumeise

Blaumeise | Cyanistes caeruleus

Pimpelmees | Eurasian Blue Tit | Herrerillo común | ירגזי כחול | Mésange bleue

Die Blaumeise ist die kleinste weit verbreitete Meise Europas und die einzige mit Kobaltblau an Scheitel, Flügel und Schwanz. Sie ist ein ausgeprägt territorialer Vogel, der jedes Frühjahr heftig um Bruthöhlen kämpft.

Blaumeise (Cyanistes caeruleus)
Foto: Martin Kunz — CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Stimme

Der Gesang ist ein klares, sich beschleunigendes tsee-tsee-tsee-hihihihi: zwei oder drei hohe Töne, gefolgt von einem schnurrenden Triller, vor allem von Februar bis Mai. Zu den Rufen gehören ein scharfes, nasales tsee-tsee-tsee-dedede und ein schimpfendes Zetern an der Bruthöhle; diese sind das ganze Jahr zu hören.

Anhören: GesangXC539315

Aufnahme: Benoît Van Hecke — CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Bestimmung

Weißes Gesicht mit schmalem schwarzem Augenstreif und blauem Scheitel; Nacken, Flügel und Schwanz kobaltblau, Mantel grünlich, Unterseite gelb mit dünnem dunklem Mittelstreif. Männchen haben im Mittel einen intensiver blauen Scheitel, die Überschneidung ist jedoch beträchtlich. Jungvögel haben gelbe Wangen, einen matt grünen Scheitel und ihnen fehlt die scharfe schwarz-weiße Zeichnung.

Verwechslungsarten

Die Tannenmeise ist graubraun mit schwarzem Kopf und weißem Nackenfleck und zeigt überhaupt kein Blau oder Gelb. Die Haubenmeise ist sofort an der gesprenkelten Haube und dem schwarzen Zügelband zu erkennen. Die Kohlmeise ist deutlich größer, mit schwarzem Kopf, weißer Wange und breitem schwarzem Bauchstreif.

Lebensraum

Laub- und Mischwald mit alten Eichen ist der Kernlebensraum, doch die Art ist ebenso zahlreich in Parks, alten Gärten, Obstgärten, Wallhecken und Weidengebüschen. Überall, wo Höhlen oder Nistkästen auf raupenreiche Eichen treffen, kommen Blaumeisen vor; im Winter auch im Schilf und in Ufer-Weiden.

Wo der Vogel vor allem zu Hause ist, eingeteilt nach EUNIS – dem europäischen Standard für Lebensräume.

Verbreitung und Zug

Fast ganz Europa mit Ausnahme des äußersten Nordens, östlich bis zum Ural; überwiegend Jahresvogel, in manchen Herbsten mit deutlichem Zug entlang der Küsten. In ganz Nordwesteuropa häufig. Auf der Iberischen Halbinsel brütet sie in Wäldern fast der gesamten Halbinsel bis hinauf in die Eichenwälder der südlichen Gebirge.

  • Jahresvogel
  • Brutvogel (Sommer)
  • Winter
  • Durchzug
  • dunkel = Kerngebiet, hell = dünn verbreitet
Dichtekarte aus den Nachweisen von GBIF (2006-09-01 – 2026-08-31), gezählt je 0,7°-Rasterzelle und Monat und geteilt durch alle Vogelnachweise in derselben Zelle – so bestimmt die Zahl der Beobachter nicht das Bild. Die Farbtiefe folgt diesem Anteil und läuft allmählich aus, sodass die Karte nicht den Staatsgrenzen folgt. Ländergrenzen: Natural Earth (gemeinfrei).

Wie und wann beobachten

Suchen Sie im März und April früh am Morgen nach singenden Männchen hoch oben auf einem noch kahlen Eichenast. Später im Frühjahr verraten Altvögel, die mit Raupen anfliegen, eine besetzte Höhle. Im Winter sind sie am leichtesten an Meisenknödeln und in umherstreifenden gemischten Meisentrupps zu finden.

Gefährdungsstatus

Global nicht gefährdet (IUCN: Least Concern). Die Art profitiert von Nistkästen und Gartenfütterung. Sorgen bereiten das Entfernen alter, höhlenreicher Bäume und das Risiko, dass die Brut nicht mehr mit dem Höhepunkt des Raupenangebots zusammenfällt.

Wissenschaftlicher Name

Cyanistes caeruleus | (Linnaeus, 1758)

Linnaeus beschrieb die Art 1758 als Parus caeruleus; weil sie später in eine andere Gattung gestellt wurde, stehen Autor und Jahr in Klammern. Die Gattung Cyanistes wurde 1829 von Kaup eingeführt. Cyanistes kommt von griech. kuanos ‚dunkelblau‘. caeruleus ist lateinisch für ‚dunkelblau, himmelblau‘. Das Exemplar, auf dem die Erstbeschreibung beruht, stammte aus Schweden.